Blutdruck rund um die Uhr unter Beobachtung

Zu wenig Bewegung, zu fettes Essen, zu viel Alkohol – die Ursachen für eine der großen Geißeln der Menschheit, den Bluthochdruck, sind bekannt. Aber die Krankheit – Hypertonie – kommt schleichend, bleibt oft lange Zeit unbemerkt. Eine Milliarde Menschen sind betroffen – die Weltgesundheitsorganisation rüttelt auf. Und im F.X.Mayr-Zentrum im Parkhotel Igls hat man reagiert. Dort wird mit der 24-Stunden-Blutdruckmessung dem „unsichtbaren Killer“ der Kampf angesagt.

Die besorgniserregende, weil alarmierende Zahl, dass nach Erkenntnissen der WHO jährlich mehr als neun Millionen Menschen an den Folgen eines überhöhten Blutdrucks sterben, zwingt zum Handeln. Weil eben die vom hohen Bluthochdruck ausgehende Gefahr von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Nierenversagen mit einer gesünderen Lebensführung deutlich verringert werden könnte. Und schließlich gibt es da noch eine Variante der Hypertonie, die eigentlich keine ist – die Weißkittel-Hypertonie. Zu hoch ist ein Blutdruck, wenn Messungen in der ärztlichen Praxis wiederholt über 139/89mmHg liegen. „Bei Effekten wie dem Weißkittel-Hochdruck oder auch bei einer maskierten Hypertonie sollten jedoch weitere Messungen und Verlaufsbeobachtungen unbedingt die Werte aus der Praxis ergänzen“, fordern Ärzte des F.X.Mayr-Klinikums im Parkhotel Igls.

Beim Weißkittel-Hochdruck steigt der Bluthochdruck schon allein deshalb, weil er vom Arzt gemessen wird. Zu Hause sind die Blutdruckwerte noch im Normbereich – doch kaum misst der Arzt den Blutdruck in Klinik oder Praxis, steigen die Werte. Das Erstaunliche: Bedienen Arzthelferinnen, Krankenschwestern oder andere Menschen das Messgerät, können die Werte trotz der gleichen klinischen Atmosphäre deutlich niedriger ausfallen. Ein Phänomen!

Erklärungen dafür gibt es natürlich – oft handelt es sich um eine Kampf-oder Fluchtreaktion im Angesicht des Arztes, eine Schutzhaltung des Körpers in bedrohlichen Situationen. Gefährlich an dieser Form des Hochdrucks ist nicht einmal der kurzfristig erhöhte Druck im Blutkreislauf, sondern vielmehr die Medikamente, die nach derartigen Diagnosen eher sinnlos verordnet werden.

Als Goldstandard, entweder zum Nachweis – oder Ausschluss – einer sogenannten Weißkittel-Hypertonie gilt die 24-Stunden-Blutdruckmessung, die seit kurzem im Parkhotel Igls zur Verfügung steht. Modernste Diagnostik also. Diese „Rund-um-die-Uhr-Messung“ funktioniert recht einfach. Eine Blutdruck-Manschette am Oberarm ist mit einem kleinen Kästchen im Walkman-Format verbunden. Mehrmals pro Stunde wird gemessen und registriert, die statistische Auswertung nimmt der Arzt mit Hilfe eines Computers vor.

In der Regel bedarf die Weißkittel-Hypertonie keiner antihypertensiven Behandlung. Es kann sich aus dem Syndrom jedoch in Folge eine chronische Hypertonie entwickeln, insbesondere wenn Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel oder Nikotinkonsum vorliegen. Eine regelmäßige Überwachung oder Kontrolle ist daher zu empfehlen.

Fest steht – mit der neuen 24-Stunden-Messung kann in Igls nicht nur ein angeblicher Hochdruck ausgeschlossen, sondern vielmehr ein etwaiges Nicht-Absenken des Blutdrucks in der Nacht erkannt werden. Nur so können die richtigen Schritte eingeleitet werden, um Ihr Herzinfarkt-und/oder Schlaganfallrisiko erheblich zu vermindern.