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Ein Frauenleben lang

Dr. med. Irene Brunhuber
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Ein Leben im Wandel

Eine Frau ändert sich im Laufe ihres Lebens quasi von Natur aus – körperlich, aber auch emotional. Dabei durchläuft sie mehrere Phasen, besonders wichtig ist aber wohl jene, mit der das Frau-Sein vermeintlich endet. Das weibliche Erwachsenenleben ist an die Regelblutung gebunden; die Periode begleitet Frauen viele Jahrzehnte lang und beeinflusst die Lebensplanung maßgeblich mit.

Die Wechseljahre

Anfangs geht es um Verhütung, später ist in vielen Fällen der Kinderwunsch ein zentrales Thema. Und auf einmal endet dieses Kapitel, ohne dass man gefragt wird, ob es einem gerade passt. Das ist für viele Frauen eine große Herausforderung und auch mit körperlichen und psychologischen Schwierigkeiten verbunden.

Letztlich ist die Menopause ein ähnlicher Stolperstein wie die Pubertät, auch da verändern sich Körper und Psyche. In dieser Phase gilt es zu lernen, sich als Frau zu akzeptieren und zu positionieren, es beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Mit der Menopause verhält es sich ganz ähnlich. So kann diese Phase auch eine Chance sein, wieder zu sich selbst zu finden und die eigene Position im Leben zu festigen.

Menopause-Fit

Eine Woche ganz für mich

Menopause und Wechseljahre sind über die Jahre im Park Igls immer wieder zum Thema geworden, sodass daraus ein eigenes Programm entwickelt wurde. »Menopause-Fit« begleitet Frauen durch die Zeit der hormonellen Umstellung, gibt ihnen Werkzeuge an die Hand, um die Veränderung zu verstehen, zu akzeptieren und mit ihr umgehen zu können.

Menopause-Fit

Wir geben Ihnen Werkzeuge an die Hand, um langfristig und nachhaltig besser mit der neuen Lebenssituation und all ihren Begleiterscheinungen umzugehen.

7 Nächte
ab € 4.374 pro Person

»Menopause-Fit« ist ab sofort ganzjährig buchbar! Das Programm wirkt stressreduzierend, wohltuend auf Körper und Psyche und sorgt für ein Annehmen- Können und einen entspannteren Umgang mit dem neuen Lebensabschnitt.

Dr. Irene Brunhuber

Dr. Irene Brunhuber ist Fachärztin für Innere Medizin und für mehrere Jahre Mayr-Ärztin im Park Igls Medical Spa Resort. Sie entwickelte das Programm gemeinsam mit ihren Kolleginnen, der Initiatorin Christine Canestrini (Therapeutin), Kräuterpädagogin Alexandra Federa, Physiotherapeutin Lisa French, Psychologin Dr. Melanie Robertson sowie Mayr-Ärztin Dr. Sonja Schottkowsky entwickelt. Stellvertretend haben wir Irene Brunhuber zum Gespräch gebeten.

Mein Rat ist...

… sich selbst nicht zu viel Druck zu machen, sondern dem Leben entspannt und gelassen zu begegnen.

Deshalb ist es uns so wichtig, in unserem Programm Wissen zum Thema zu vermitteln und in dieser Woche unter anderem Entspannungstechniken und pflanzliche Anwendungen zu lehren, die man selbst zu Hause fortsetzen kann.

Die Veränderung im Körper fängt schon einige Jahre vor der »eigentlichen« Menopause, also dem Ausbleiben der Periode, an. Bereits mit etwa vierzig Jahren beginnt sich der Hormonhaushalt umzustellen und erste subtile Symptome können auftreten – Erschöpfungszustände, Schlafprobleme, Stimmungschwankungen oder Gewichtsprobleme, weil sich im Zuge dieser Umstellung auch der Stoffwechsel verändert. Man spricht dabei von der Perimenopause.

Mit dem Älterwerden verringern die Eierstöcke allmählich ihre Hormonproduktion. Zunächst produzieren sie weniger Progesteron, auch Gelbköperhormon genannt. Später sinkt auch der Östrogenspiegel, dadurch kommt es zu den bekannten Hormonschwankungen. Als Menopause bezeichnet man retrospektiv jenen Zeitpunkt, an dem die letzte Regelblutung stattgefunden hat. Sie tritt im Schnitt zwischen 45 und 55 Jahren ein.

In der Tat leiden 70 bis 80 Prozent der Frauen in Europa an Beschwerden während der Wechseljahre. Nicht alle davon sind behandlungsbedürftig, aber rund ein Drittel der Frauen braucht tatsächlich medizinische Hilfe. Typisch sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Müdigkeit und ein genereller Leistungsabfall sowie Nervosität, Gereiztheit und Schlafstörungen. Wie lange die Symptome andauern, lässt sich nicht pauschal sagen – es gibt Frauen, die bis zu zehn Jahre an Beschwerden leiden, andere spüren die Umstellung kaum.

Nein, nicht immer. Die Frage ist natürlich, ob es tatsächlich Symptome der Wechseljahre sind. An Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen müssen nicht zwingend die Hormone schuld sein. Manchmal liegt es am Stress, zum Beispiel ausgelöst durch die Mehrfachbelastung aus Beruf und Familie, der viele Frauen ausgesetzt sind. Es können falsche Ernährungsgewohnheiten sein, die die Leber belasten und zu Nachtschweiß führen. Dann hilft zum Beispiel eine regenerative Auszeit auf Basis der Mayr-Prevent-Medizin, um den Körper zu entlasten und ihm neue Energie zu geben.

Deshalb beinhaltet unser Menopause-Programm im Park Igls auch ein erweitertes Blutlabor und ein Menopause-Speziallabor, um abzuklären, ob und in welchem Stadium der Wechseljahre sich die Frau befindet.

Um die Jahrtausendwende war es üblich, Frauen mit Wechselbeschwerden durch die Gabe von Hormonen zu behandeln – unabhängig von ihren konkreten Beschwerden, ihrer Anamnese oder von Risikofaktoren. Bald stellte sich heraus, dass solche Hormonersatztherapien nicht das Maß aller Dinge sind. Im Gegenteil – im schlimmsten Fall erhöhen sie zum Beispiel das Risiko einer Brustkrebserkrankung oder von Schlaganfällen. Heute werden Hormone sehr gezielt eingesetzt und nur in Rücksprache mit einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen, um Nutzen und Risiko sehr genau abzuwägen.

Bei uns im Haus möchten wir vor allem ein Bewusstsein für das Thema schaffen und die Frauen mit Massagen, physiotherapeutischen Maßnahmen, Aroma- und Kräuteranwendungen sowie Gesprächstherapien unterstützen. Das Thema wird nach wie vor tabuisiert, deshalb ist oft schon geholfen, wenn man in einem geschützten Umfeld und ganz ohne Scham darüber reden und sich mit Gleichgesinnten austauschen kann. Hat eine Patientin sehr starke Beschwerden, braucht es unbedingt den frauenärztlichen Rat.

Unbedingt, ich würde sogar sagen, dass diese im Vordergrund steht. Statistisch klagen rund 90 Prozent der Frauen über Nervosität und Reizbarkeit, gefolgt von Leistungsabfall und Erschöpfungszuständen (80 %), dahinter kommen gleich Hitzewallungen und Schweißausbrüche (70 %). Zudem kämpfen 60 Prozent mit depressiven Verstimmungen, und jede zweite Frau hat Schlafstörungen. Unsere Gesellschaft ist auf Leistung ausgelegt. Frauen müssen dynamisch, nett und freundlich sein, Familie und Beruf im Griff haben, stets energiegeladen und gut gelaunt sein und dazu noch möglichst faltenfrei, schlank und schön. Altern ist nicht vorgesehen, die Menopause führt uns dieses Alter jedoch recht deutlich vor Augen – da kann eine Frau das Gefühl bekommen, nicht mehr Frau zu sein.

Im Gegenteil: Es ist ein Gefühl von Versagen. In Kulturen, in denen das Alter gewürdigt wird und reifere Frauen einen höheren Stellenwert haben, sind erstaunlicherweise im Durchschnitt auch weniger körperliche Beschwerden während der Wechseljahre zu sehen. Hinzu kommt, dass die Menopause meist in eine Zeit fällt, in der sich Frauen ohnehin in einem Umbruch befinden. Die Kinder sind außer Haus, wodurch sich auch die Beziehung zum Partner verändert, vielleicht möchte man sich noch einmal beruflich neu orientieren. All das macht natürlich etwas mit einer Frau.

Vorbereiten ist schwierig, zumal man zum Zeitpunkt der letzten Regelblutung ja nicht weiß, dass es die letzte sein wird. Unterm Strich geht es auch hier – wie fast überall im Leben – um einen generell gesunden und achtsamen Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung. Je fitter und ausgeglichener man ist, desto besser kann man mit unterschiedlichen Lebensphasen und Situationen umgehen. Man muss sich klar machen, dass die Wechseljahre keine Krankheit sind, sondern der natürliche Lauf des Lebens. Man hat nichts »falsch« gemacht, wir können den Zeitpunkt nicht aktiv hinauszögern.

Sehr stark. Mit dem Beginn der Wechseljahre entwickeln viele Frauen einen Bluthochdruck. Der wird oft als Nebensächlichkeit abgetan, kann aber zu gefährlichen Folgeerkrankungen wie Gefäßverkalkungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche oder Nierenerkrankungen führen. Ein gesunder Lebensstil hat unter anderem positive Auswirkungen auf den Blutdruck, und Bewegung hilft, Osteoporose vorzubeugen, die laut Studien rund um die Menopause deutlich zunimmt. Viel Sport hebt die Stimmung!

Zudem sollte Frau auf die Ernährung achten: Einerseits geht das Sättigungsgefühl ein wenig verloren, andererseits verbrennt man im Alter weniger Kalorien, was in Kombination zu Gewichtszunahme führt. Auch deshalb ist Bewegung so wichtig. In dieser Phase sollten Frauen auf kohlenhydratarme Ernährung achten und dafür mehr Eiweiß zu sich nehmen. Das hilft auch der Muskulatur, die im Alter abbaut.

Ich denke schon. Auf jeden Fall hilft es, sich damit offen auseinanderzusetzen – Reden hilft. Und man kann die Wechseljahre auch als etwas Schönes sehen: Man hat keine Menstruationsbeschwerden mehr und braucht sich über Verhütung keine Gedanken mehr zu machen. Weil die Kinder aus dem Haus sind, hat man wieder Zeit ganz für sich oder als Paar. Man kann wieder einen gesunden Egoismus entwickeln und tun, was man möchte. Das Alter kann eine gewisse Ruhe und Festigkeit ins Leben bringen. Man sollte sich einfach darüber freuen, ein bissen mehr darüber zu wissen, worum es im Leben wirklich geht.

Park Igls Blog

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Über die Autorin

Dr. med. Irene Brunhuber

Die Fachärztin für Innere Medizin war in Vergangenheit mehrere Jahre als geschätzte Mayr-Ärztin im Park Igls Medical Spa Resort aktiv.