Allergien …

… und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Es gibt immer mehr Allergiker! Einbildung oder Realität? Tatsächlich nimmt die Zahl der Betroffenen stetig zu: Allein in Österreich sind etwa eine Million Menschen von mehr oder weniger stark ausgeprägten Allergien betroffen. Doch ist auch ein wenig Hysterie dabei: Etwa dreißig Prozent der Bevölkerung im deutschen Sprachraum glauben, an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit zu leiden, aber nur etwa drei Prozent der Erwachsenen haben eine echte Nahrungsmittelallergie. So gibt es im Dickicht der Begriffsverwirrung zwischen Allergie und Intoleranz wesentlich mehr Allergiebefunde als Allergien.

Zutaten Frühstücksbrei

Die wichtigsten Gründe, warum Allergien zunehmen

  • Die Diagnostik ist weit besser als früher, so können Allergien und Intoleranzen schneller und eindeutiger festgestellt werden. 
  • Industriell hergestellte Nahrungsmittel konfrontieren den Körper mit einer Vielzahl chemischer Inhalts- und Zusatzstoffe, auf die er nicht eingestellt ist und mit denen er nicht umgehen kann. 
  • Die ständige Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln führt dazu, dass man kaum noch allergie­abstinent lebt.
  • Der moderne Mensch lebt mit viel mehr Haustieren als früher in geschlossenen Räumen zusammen.
  • Die Immunabwehr von Kindern ist weniger trainiert: Sie wachsen in weit hygienischerem Umfeld auf als früher und haben kaum noch die Möglichkeit, ein normal funktionierendes Immunsystem zu entwickeln.
  • Die hohe Rate an Kaiserschnittgeburten führt zu einer schwächeren Immunabwehr der Kinder, da sie nicht mit der Vaginalflora der Mutter in Kontakt kommen. Diese ist aber für den jungen Darm ein wichtiges »Bakterien-Starter-Kit«.
  • Bäume und andere Pflanzen, die in schadstoff­reicher Umgebung wachsen, produzieren Stressproteine, die ihnen das Überleben erleichtern, aber stark allergen wirken. 

Was ist eine Allergie?

Das menschliche Immunsystem lernt von Geburt an, gegen vieles tolerant zu sein. Tritt eine Allergie auf, wird diese Toleranz immer stärker durchbrochen und das Immunsystem reagiert auf an sich harmlose, nicht-infektiöse Fremdstoffe – Pollen oder Erdnüsse werden zu Allergenen und können schwerwiegende Symptome auslösen. Auch die Einnahme von Medikamenten, das Lebensalter und die Häufigkeit, mit der man mit Allergenen konfrontiert ist, kann die allergische Reaktion beeinflussen.

DIE HÄUFIGSTEN NAHRUNGSMITTELUNVERTRÄGLICHKEITEN

Die Ursache der Milchzuckerunverträglichkeit ist ein Enzymdefekt, der angeboren ist oder erworben werden kann. Für die Aufnahme von Laktose ist das Enzym Laktase notwendig, das gesunde Säuglinge und Kleinkinder im Allgemeinen in ausreichender Menge produzieren. Im Laufe des Lebens wird es aber weniger, und ist nicht mehr genügend Laktase vorhanden, geraten die Milchzuckermoleküle unverändert in den Dickdarm, wo sie vergären und die typischen Beschwerden wie Reizdarm-Syndrom mit Blähungen und Durchfällen, chronische Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen oder Schlafstörungen erzeugen.

Bei nachgewiesener Laktoseintoleranz muss der Verzehr von Milchzucker – je nach Intensität der Unverträglichkeit – entweder drastisch reduziert oder gänzlich vermieden werden.

Unabhängig vom Vorliegen einer Laktoseintoleranz sollte grundsätzlich Milch von kleinen Tieren wie Schafen oder Ziegen gegenüber Kuhmilch bevorzugt werden: Diese enthält nicht nur weniger Laktose, sondern vor allem deutlich weniger Casein, ein Eiweiß, das ganz ähnlich wie Gluten in Weizen die Darmzotten verklebt. Noch besser als Milch sind Milchprodukte wie Joghurts, Topfen oder Käse, also quasi »vorverdaute« Milch, die den Darm weniger belastet.

Kann der Körper keinen Fruchtzucker aufnehmen, liegt dem zumeist ein Defekt im Dünndarm zugrunde, der fast immer mit einer gestörten Darmflora einhergeht. Daher kommt es zu ähnlichen Beschwerden wie bei der Laktoseintoleranz, häufig verbunden mit depressiven Verstimmungen. Parallel dazu tritt oft eine Intoleranz gegen Sorbit auf – einen Zucker­alkohol, der in vielen Früchten vorkommt, aber auch zur Herstellung von zuckerfreien Süßigkeiten verwendet wird. Die Zunahme der Fruktoseinto­leranz ist darauf zurückzuführen, dass immer mehr Produkten Fruchtzucker beigemischt wird, etwa Softdrinks, Joghurts etc.

Eine schwerwiegende Erkrankung der Darmschleimhaut ist die Zöliakie, die ausgeprägteste Form der Glutenunverträglichkeit, des sogenannten Getreide­klebereiweißes. Ihre Häufigkeit hat sich innerhalb von dreißig Jahren verfünffacht, weil die heutigen, auf hohen Ertrag und gegen Schädlinge gezüchteten
Getreidearten sehr kleberreich sind. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen findet man primär in Ländern, in denen großteils Getreideprodukte aus Weizen konsumiert werden. Bei Zöliakie-Patienten gilt absolute Glutenabstinenz, sprich, sie müssen glutenhaltiges Getreide absolut vermeiden. 

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Wenn Getreide krank macht!

ATIs (Amylase-Trypsin-Inhibitoren) sind Eiweißstoffe in verschiedenen glutenhaltigen Getreidearten und kommen vor allem in genetisch veränderten und gezüchteten Hochleistungsgetreidearten vor. Sie sollen das Korn gegen vorzeitigen Eiweißabbau und damit gegen Parasiten schützen, können aber bei Menschen auch eine immunologische Reaktion hervorrufen. ATIs werden im Darm schwer abgebaut und sind auch für die Mehlstauballergie verantwortlich. Untersuchungen zeigen, dass ATIs das angeborene Immunsystem aktivieren, was Symptome wie Glieder­schmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche etc. erklären kann. Es gibt zudem Hinweise, dass die ATIs im Weizen stärkere Entzündungs­reaktionen im Darm hervorrufen als die in anderen Getreidesorten. Die züchtungsbedingte Zunahme von ATIs in den sogenannten Hochleistungsweizensorten scheint eine der bedeutendsten Ursachen für Beschwerden bei Weizenkonsum zu sein. Laut Dr. Dr. Detlef Schuppan, Professor an der Harvard Medical School, steht die ATI-Sensitivität auch in Verbindung mit Autoimmunerkrankungen wie Rheuma und Multipler Sklerose. Zudem beeinträchtigen ATIs den Stoffwechsel und begünstigen die Entstehung von Diabetes.

Allergien und Moderne Mayr-Medizin

Die klassische Schulmedizin setzt bei Allergien beinahe ausschließlich auf Hypo- bzw. Desensibilisierung: Der Körper wird mit immer höheren Dosen des Allergens konfrontiert, um ihn langsam daran zu gewöhnen. Die Moderne Mayr-Medizin hingegen setzt auf »Rebalancing«: Das Immunsystem wird effizient gestärkt, damit es den feindlichen Angreifern Paroli bieten kann. Die Darmsanierung ist dafür das probate Mittel, stehen doch rund siebzig Prozent des Immunsystems mit dem Darm in Verbindung. Wer den Darm stärkt und damit auch die Barrierefunktion der Darmschleimhaut optimiert, stärkt das Immunsystem des ganzen Körpers. Die Reduktion auf wenige Nahrungsmittel und die Vorverdauung im Mund durch sorgfältiges Kauen bewirken, dass sich das Darmmikrobiom erholen kann.

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