Diabetes mellitus

Stoffwechselkrankheit

Diabetes – im Volksmund besser bekannt als Zuckerkrankheit – ist die häufigste Zivilisationskrankheit der Welt: Für das Jahr 2030 rechnet die International Diabetes Federation (IDF) mit 35 Millionen erkrankten Menschen in den USA und mit über zehn Millionen allein in Deutschland. Der über­wiegende Teil erkrankt an Typ-2-Diabetes, dem sogenannten Altersdiabetes, der allerdings immer häufiger schon im Jugendalter diagnostiziert wird. Die Haupt­ursachen für die Entstehung dieser chronischen Stoffwechselerkrankung sind Über- und Fehl­ernährung mit chronischer Übersäuerung, Bewegungsmangel sowie genetische Faktoren.

Schon allein die Essgeschwindigkeit ist ein Risikofaktor, um an Diabetes mellitus zu erkranken. Die Folgen sind schwerwiegend und können zu Gefäß­erkrankungen mit erhöhtem Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, Nervenschädigungen, Durch­blutungsstörungen der Beingefäße bis hin zu Amputationen, Nierenversagen und Netzhautschäden führen. Rund zwei Drittel aller Dialyse-Patienten sind Diabetiker, die häufigste Ursache für Erblindung ist die Zuckerkrankheit. Die Sterblichkeit eines schlecht eingestellten Diabetikers ist fünf- bis zehnmal höher als die eines Nicht-Diabetikers. Allein in Österreich stirbt alle fünfzig Minuten ein Mensch an den Folgen von Diabetes. 

Die drei häufigsten Arten von Diabetes

Typ-1-Diabetes

Eine Autoimmunerkrankung, bei der der eigene Körper die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört.

Typ-2-Diabetes

Neunzig Prozent aller Diabetesformen: Dabei besteht eine Insulinresistenz, bei der das Insulin zwar im Körper vorhanden ist, aber nicht richtig wirken kann.

Schwangerschaftsdiabetes

Erhöhter Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft, verschwindet meist nach der Entbindung von alleine wieder.

Wissenswertes zu Diabetes

Bei jeder Mahlzeit, bei jedem Snack und bei jedem Schluck eines zuckerhaltigen Getränks wird im Körper der Verbrennungsmotor angeworfen und ein umfassender Prozess in Gang gesetzt: Kohlenhydrate werden im Dünndarm unter anderem in Traubenzucker aufgespalten. Zuckermoleküle gelangen über die Darmwand ins Blut, um von dort in alle Zellen des Körpers verteilt zu werden: Der Blutzuckerspiegel steigt. Da zwischen den Mahlzeiten in der Regel einige Zeit verstreicht, benötigt der Körper einen Zwischenspeicher für den Blutzucker. Das sind vor allem Muskelzellen und die Leber. Dass der Zucker auch wirklich in diese Zwischenspeicher gelangt, dafür sorgt das Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird.

Steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Essen an, wird also Insulin freigesetzt. Es übernimmt die Funktion eines Schlüssels, sperrt im übertragenen Sinne die Insulinrezeptoren (»Schlösser«) an den Oberflächen der Zellen auf und schleust so den Zucker aus den Blutgefäßen ins Zellinnere der Zwischenspeicher. Bei Typ-2-Diabetes sind die Schlösser – die Andockstellen – jedoch beschädigt, das Insulin kann die Schlösser nicht mehr (richtig) öffnen und der Zucker staut sich im Blut. 

  • Fehl- und Überernährung, hier vor allem zu viele saure und zu wenig basische Lebensmittel
  • chronische Übersäuerung
  • Bewegungsmangel
  • chronische Infekte
  • Stress
  • Medikamente
  • Nikotin
  • genetische Faktoren

Eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Diabetes mellitus spielt das Gewicht und hier vor allem die »Stammfettsucht«. Diese beschreibt die Tendenz, Gewicht vermehrt am Rumpf anzusetzen, und ent­spricht – im Gegensatz zum weniger gesundheitsgefährdenden »Birnentyp« – dem typischen »Apfeltyp«. Dieses Fett, das die inneren Organe umgibt, unterscheidet sich wesentlich von anderen Fettdepots: Es kann Entzündungsstoffe produzieren, ebenso Botenstoffe, die die Insulinrezeptoren schädigen. Oberste Priorität ist, dieses Fett zu reduzieren.

  • Eine gute, ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil basischer Nahrungsmittel – allen voran Gemüse – hilft dabei, Diabetes und anderen Erkrankungen vorzubeugen. Als Orientierung dient die traditionelle Mittelmeerkost mit guten Ölen, hochwertigen Eiweißen, komplexen Kohlenhydraten und sekundären Pflanzenstoffen. Auch Rotwein in geringen Mengen schützt die Gefäße.
  • Vermeidung bzw. Minimierung von Säurelieferanten und Basenräubern. Säurelieferanten sind unter anderem Fleisch, Wurst, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke. Basenräuber sind Zucker und Weißmehlprodukte. Obst sollte aufgrund der Fruktose nur in moderaten Mengen genossen werden.
  • Gewichtsnormalisierung. Vor allem das Stammfett sollte reduziert werden. Jedes Kilo weniger auf der Waage führt zu einer Entlastung des Stoffwechsels und damit zu einer besseren Wirkung des Insulins.
  • Langsames Essen und gutes Kauen
  • Regelmäßige körperliche Aktivität – sowohl im Ausdauerbereich als auch im Muskelaufbau. Muskelzellen sind die Hauptabnehmer von Zucker: Je höher der Anteil der Muskelmasse im Körper, umso geringer ist das Risiko einer Erkrankung. Typ-2-Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung der Muskelzellen.
  • Rauchen und Stress so gut wie möglich vermeiden. Beides führt zur Übersäuerung im Zwischenzellraum. Stresshormone unterdrücken nachweislich die Insulinproduktion. 

All diese Faktoren sind sowohl zur Prävention als auch als Therapie geeignet.

Darm Wohlgefühl

Tipp zur Diabetesprävention

Die Moderne Mayr-Medizin kann einen wesentlichen Beitrag zur Diabetesprävention leisten. So bestätigen aktuelle Studien aus Japan und Litauen, dass Menschen, die extrem schnell essen, ein signifikant höheres Erkrankungsrisiko haben als jene, die sich Zeit für ihre Mahlzeiten nehmen. Die Kauschulung ist wesentlicher Bestandteil einer Mayr-Therapie, ebenso die Verminderung der Kalorienzufuhr, um bei Bedarf das Gewicht zu reduzieren. Weiterer wichtiger Faktor ist eine basenreiche Kost, die zum Abbau einer chronischen Übersäuerung beiträgt. Während einer Mayr-Therapie werden zusätzlich auf ärztliche Anordnung Basen auch in Form von Pulver oder Kapseln eingenommen. So können sich die Insulinrezeptoren regenerieren und der Blutzuckerspiegel sinkt. Gezielte Bewegung, Schulung – vor allem in Bezug auf gesunde Ernährung – sowie Stressabbau wirken Diabetes entgegen.