DIAGNOSTIK
Hormone steuern unser gesamtes Leben
Meist leise, mitunter ziemlich drastisch. Sie beeinflussen unseren Schlaf, unsere Energie und Stimmung, das Gewicht, die Fruchtbarkeit und Sexualität. Kein Arzt hat Zeit, sich im medizinischen Alltag ausführlich mit jedem einzelnen Menschen auseinanderzusetzen – das ist die Realität vieler Gesundheitssysteme. Dadurch bleiben hormonelle Ursachen für Beschwerden häufig unerkannt. Im Park Igls Medical Spa Resort beginnt die medizinische Begleitung nicht mit einer schnellen Diagnose, sondern damit, sich eingehend mit den Gästen auseinanderzusetzen.
»Der große Vorteil im Park Igls ist, dass wir für jeden Gast viel Zeit haben.«
Am Anfang steht das Gespräch.
Im Park Igls Medical Spa Resort geht es ums Zuhören, Begreifen und Erkennen von Zusammenhängen, um auch jenen Themen Raum zu geben, die andernorts oft zu kurz kommen.
»Der große Vorteil im Park Igls ist, dass wir für jeden Gast viel Zeit haben«, bestätigt Chefarzt Peter Gartner. »Viele unserer internationalen Gäste haben zu Hause kein medizinisches Gegenüber, das sie wirklich begleitet. Diese Rolle übernehmen dann wir, vor allem wenn Gäste regelmäßig wiederkommen.«
Einige von ihnen kommen auch mit einer langen Vorgeschichte: Abklärungen, Befunde, Therapieversuche. Was dabei vielfach fehlt, ist ein Ort, an dem all diese Puzzleteile zusammengeführt werden. Genau hier setzt das Park Igls mit seinem ganzheitlichen Ansatz und einem außergewöhnlich starken Netzwerk an Konsiliarärztinnen und -ärzten an, die allesamt zu den führenden SpezialistInnen ihres Fachs zählen – verbunden mit einer intensiven Behandlungszeit pro Patient.
Diese enge Zusammenarbeit ist besonders dann entscheidend, wenn Beschwerden oder Symptome nicht eindeutig zuordenbar sind.
Gerade hormonelle Themen zeigen sich selten klar umrissen, sondern äußern sich diffus: als Erschöpfung, in Schlafproblemen, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen. Hormone wirken leise, Beschwerden kündigen sich selten klar an. Entsprechend häufig bleiben hormonelle Ursachen unerkannt.
Germar-Michael Pinggera, Urologe und Oberarzt an der Universitätsklinik Innsbruck, und Bettina Toth, Direktorin der Universitätsklinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin in Innsbruck, stehen dem Park Igls als Konsiliararzt und -ärztin zur Seite. Sie werden gezielt hinzugezogen, wenn sich im Laufe eines Aufenthalts zeigt, dass eine vertiefende Abklärung nötig ist. Viele sensible Themen kommen nicht beim ersten Arztgespräch zur Sprache. Umso wichtiger ist daher eine längere und intensivere Behandlungszeit pro Patient. Potenzprobleme, Libidoverlust, Wechseljahrbeschwerden oder unerfüllter Kinderwunsch brauchen ein Gegenüber, das zuhört, ohne zu bewerten.
»Diese Themen kommen fast nie gleich am Anfang«, weiß Peter Gartner aus Erfahrung. »Aber wenn jemand zwei oder drei Wochen hier ist, wie es für eine Kur optimal wäre, man sich in dieser Zeit regelmäßig sieht und miteinander spricht, kann ein echtes Vertrauensverhältnis entstehen.«
Das sieht auch Germar-Michael Pinggera so: »Die Gäste im Park Igls werden begleitet und geführt. Man hört ihnen zu, widmet ihnen Zeit. Erst dann kommen Aspekte zum Vorschein, die im Alltag keinen Platz haben. Das ist die Voraussetzung dafür, um überhaupt zu erkennen, ob und welche Abklärungen und nachfolgenden Therapien zielführend sind.«
HORMONE ALS VERBINDENDES SYSTEM
Im Park Igls begegnet man dem Thema Hormone nicht isoliert, wie man den Menschen an sich hier stets ganzheitlich betrachtet. Hormone stehen in engem Austausch mit Darm, Stoffwechsel, Nervensystem und Psyche.
Ein zentrales Fundament dafür bildet die Moderne Mayr-Medizin, in der der Darm eine Schlüsselrolle übernimmt. Über das Mikrobiom steht er in ständigem Dialog mit fast allen Körperfunktionen. Die Mikrobiom-Hormon-Achse liefert einen Erklärungsansatz dafür, warum eine Moderne Mayr-Kur nicht nur die Verdauung verbessert, sondern auch Energielevel, Stoffwechsel, Zyklus und sogar die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen kann.
Bei Frauen ist die Menopause ein immer wiederkehrendes Thema. Nach wie vor wird diese vielfach als unausweichliches Schicksal erlebt. Für viele Frauen ist die Menopause mit Unsicherheit und widersprüchlichen Informationen verbunden.
»Nicht jede Frau braucht eine Hormontherapie«, betont Bettina Toth. »Aber die Frauen, die keine Beschwerden haben, sind in der absoluten Minderheit, und nicht jede Frau, die Beschwerden hat, bekommt die nötige Behandlung.« Auch, weil im Alltag oft zu wenig Behandlungszeit pro Patient zur Verfügung steht. Studien zeigen, dass starke menopausale Symptome erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit haben können, mit langfristigen sozialen und gesundheitlichen Folgen.
Ein wiederkehrendes Motiv in den Gesprächen mit betroffenen Frauen ist das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden:
»In einigen internationalen Gesundheitssystemen fehlt die kontinuierliche gynäkologische Betreuung«, so Toth.
»Als ExpertInnen können wir zuhören, erklären und gemeinsam entscheiden, ob und welche Therapie sinnvoll ist.« Dabei geht es nie nur um Hormone allein.
»Die Menopause ist ein Wendepunkt im Leben einer Frau. Darmgesundheit, Bewegung, Stressregulation – all das beeinflusst, wie Frauen durch diese Phase gehen.« Die Menopause wird deshalb im Park Igls als Teil einer lebenslangen hormonellen Entwicklung verstanden.
Programme wie die »Meno-Chance«, deren Name durchaus bewusst gewählt ist, greifen diesen Gedanken auf und sehen die Menopause nicht als Defizit, sondern als Möglichkeit zur Neuorientierung, medizinisch begleitet und psychologisch unterstützt.
»Die Menopause ist ein kardiometabolischer Wendepunkt. Darmgesundheit, Bewegung, Stressregulation – all das beeinflusst, wie Frauen durch diese Phase gehen.«
Univ.-Prof. Dr. Bettina Toth
DAS LEISE UNGLEICHGEWICHT
Während Frauen meist regelmäßig zur gynäkologischen Vorsorge gehen, fehlt Männern oft ein vergleichbares medizinisches Ritual und sie kommen erst dann, wenn Beschwerden massiv werden. Hormonelle Ursachen bleiben im Zuge dessen generell häufig unerkannt. Germar-Michael Pinggera hat sich auf das Gebiet der Andrologie fokussiert, quasi das direkte Äquivalent zur Gynäkologie.
Bei Männern fällt deshalb immer wieder der Begriff der »Andropause«. Der Urologe kann dem Begriff nichts abgewinnen: »Beim Mann gibt es keinen klaren Endpunkt wie bei der Frau. Die Hormonproduktion nimmt schleichend ab, was einen Mangel schwer erkennbar macht.« Generell werden hormonelle Themen gerne den Frauen zugeschrieben, bei Männern herrscht diesbezüglich eher das große Schweigen. Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Muskelabbau oder Schlafstörungen kommen hingegen auch bei Männern vor, werden allerdings überwiegend in anderen Ursachen verortet; Hormone werden selten mitgedacht.
Im Park Igls gehört ein differenziertes Hormonprofil zur Diagnostik. Entscheidend ist hierbei nicht der Laborwert allein, sondern das Zusammenspiel mit den Symptomen. »Hormone sind ein wichtiger Marker, bei Männern wie bei Frauen. Ein Hormonmangel ohne Beschwerden ist jedoch kein Behandlungsgrund«, sagt Pinggera. Umgekehrt werden viele Männer jahrelang falsch therapiert, weil man die hormonelle Ursache übersieht.
Besonders sensibel ist der Umgang mit Testosteron. Entgegen verbreiteter Annahme führt eine zusätzliche Gabe bei einem normalen Spiegel weder zu besserer Potenz noch zu mehr Muskelmasse. Im Gegenteil: Eine falsche Anwendung kann sogar schaden. Richtig eingesetzt, bei nachgewiesenem Mangel und in Kombination mit Lebensstilmaßnahmen, kann eine Therapie Stoffwechsel und Insulinsensitivität allerdings sinnvoll unterstützen.
»Beim Mann gibt es keinen klaren Endpunkt wie bei der Frau. Die Hormonproduktion nimmt schleichend ab, was einen Mangel schwer erkennbar macht.«
VIELE EBENEN, EIN GEMEINSAMER BLICK
Gerade beim Thema Kinderwunsch zeigt sich, wie eng körperliche Systeme miteinander verwoben sind. Vor allem der unerfüllte Kinderwunsch ist dabei ein hochsensibles und persönliches Thema. Germar-Michael Pinggera und Bettina Toth arbeiten auch außerhalb ihrer Tätigkeit für das Park Igls seit Jahren eng zusammen.
»Wir denken Fertilität gemeinsam und überlegen, welche Bereiche sich optimieren lassen, bevor man in invasive Therapien geht«, so Toth. Die Kombination aus medizinischer Expertise, Verhaltensänderungen und in erster Linie Stressreduktion schafft im Park Igls gute Voraussetzungen, unabhängig davon, ob später reproduktionsmedizinische Schritte erfolgen.
»Die Mayr-Kur kann tatsächlich die Fruchtbarkeit erhöhen«, formuliert es Peter Gartner, und Bettina Toth ergänzt: »Dazu kommen immunologische Effekte und nicht zuletzt das bewusste Innehalten. Viele Paare nehmen aus dem Aufenthalt nicht nur medizinische Impulse mit, sondern auch nachhaltige Veränderungen für ihren Alltag.«