Seit Jahrzehnten verzaubern die Wiener Philharmoniker ihr Publikum mit einem heiteren und zugleich besinnlichen Programm zum Jahreswechsel. Die Neujahrskonzerte berühren heute Millionen Menschen auf der ganzen Welt mit der teils unbeschwerten, teils tiefsinnigen Musik, vorwiegend aus dem Repertoire der Strauß-Dynastie. Es ist ein Wunsch der Philharmoniker, nicht nur musikalische Meisterwerke, sondern einen Gruß im Sinne von Freundschaft und Frieden zu übermitteln. Im Parkhotel Igls übertragen wir am 1. Januar das Konzert live auf Großleinwand.

Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

© Wiener Philharmoniker, Foto: Richard Schuster

Die Musik für Freude und Optimismus

Das erste Neujahrskonzert, das nicht an einem 1. Januar, sondern am Silvesterabend stattfand, fiel 1939 in eine dunkle Episode der österreichischen Geschichte und sollte Hoffnung auf bessere Zeiten aufkommen lassen. Just in jener Phase ständigen Bangens um die Selbständigkeit ihrer Vereinigung setzten die Wiener Philharmoniker mit ihrem „Außerordentlichen Konzert“ einen Akzent, der nicht nur von musikalischer Bedeutung war, sondern mit Werken der Strauß-Dynastie ein Bekenntnis zu Österreich darstellte.

Die Wiener Philharmoniker & Johann Strauß

Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

Johann Strauß

Es war ein langer Weg der Annäherung zwischen der damaligen Künstlervereinigung „Philharmonische Concert-Unterhaltung“ und Johann Strauß. Das erste Zusammentreffen der „ernsten“ Philharmoniker mit dem „Walzerkönig“ anlässlich des Opernballs am 22. April 1873 führte zu einem riesigen Erfolg. Strauß komponierte für den Opernball den Walzer „Wiener Blut“, dirigierte ihn stilecht mit der Geige in der Hand, und das Hofopern-Orchester spielte hingebungsvoll. Einem zeitgenössischen Bericht zufolge „hatte nach diesen Momenten der Abend seinen Höhepunkt erreicht“.

Am 22. Mai 1899 dirigierte Johann Strauß zum ersten und einzigen Mal in der Hofoper. Anlässlich einer Aufführung der „Fledermaus“ leitete er persönlich die Ouvertüre. Dabei zog er sich eine Erkältung zu, die in der Folge zu einer Lungenentzündung und schließlich zum Tod des Komponisten am 3. Juni 1899 führte.

Den Durchbruch schafften die Philharmoniker anlässlich der Feiern zum 100. Geburtstag des Meisters im Oktober 1925 mit einem kompletten „Strauß-Konzert“ unter der Leitung von Felix von Weingartner, der zuvor auch den „Donauwalzer“ als Zugabe bei Auslandsreisen dirigiert hatte.

Ein musikalisches Bekenntnis zu Österreich

Die eigentliche Strauß-Tradition der Wiener Philharmoniker begründete aber erst Clemens Krauss. Bis heute gilt er als der bedeutendste Verfechter dieser Musik. Am 11. August 1929 dirigierte er bei den Salzburger Festspielen ein ausschließlich aus Werken von Johann Strauß bestehendes Programm. Aufgrund des großen Erfolgs leitete Krauss bis 1933 jedes Jahr eine solche Veranstaltung, wie später auch das erste tatsächliche Neujahrskonzert am 1. Januar 1941. Selbst in der schwersten Zeit, im Januar 1945, hielt man an diesem musikalischen Bekenntnis zu Österreich fest. Nach Aufhebung seines zweijährigen Dirigierverbotes durch die Alliierten, kehrte Clemens Krauss 1948 wieder  als Dirigent zurück und leitete bis zu seinem Tod im Jahre 1954 die Wiener Neujahrskonzerte.

Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

Johann-Strauß-Denkmal im Wiener Stadtpark, Foto: © Cyberbrain / Pixelio

Der Zauber der Musik lässt alles andere vergessen

Nach dem unerwarteten Tod von Clemens Krauss übernahm Willi Boskovsky bis 1979 die künstlerische Leitung und prägte das Konzert nachhaltig. Wenn er zur Geige griff, vergaß er die Welt um ihn herum und ließ auch das Publikum alles andere vergessen. In Boskovskys Ära fiel die erstmalige Live-Übertragung im Jahr 1959 durch das Österreichische Fernsehen. Damit wurde das Neujahrskonzert zum Inbegriff wienerischer Musikkultur. Mittlerweile werden die Konzerte in über 70 Länder ausgestrahlt und erfreuen sich nicht nur in Wien großer Beliebtheit.

Mit Lorin Maazel wurde 1980 ein international angesehener Dirigent gewählt, der seine Funktion bis 1986 ausübte. Danach entschlossen sich die Musiker zu einem alljährlichen Wechsel des künstlerischen Leiters.

Die Werke der Strauß-Dynastie bilden natürlich nach wie vor den musikalischen Rahmen, es werden aber auch regelmäßig Werke anderer Komponisten ins Programm genommen. Traditionellerweise spielen die Wiener Philharmoniker als eines der weltbesten Orchester beim Neujahrskonzert nach den beiden Hauptteilen jeweils drei Zugaben. Beim Radetzkymarsch (Johann Strauß Vater, 1848) als dritte Zugabe klatscht das Publikum im Takt des Dirigenten mit.

Lassen Sie sich vom Zauber der Strauß’schen Musik einfangen!
Ihr Parkhotel Igls Team

Quellen: www.wienerphilharmoniker.at und andere Internet-Quellen