„Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen.“ Dieser Leitspruch von Sebastian Kneipp entspricht auch der Überzeugung von Alexandra Federa, Kräuterpädagogin im Gesundheitszentrum Park Igls. Viele Kräuter, Wildpflanzen und selbst Blätter von Bäumen verfügen über ganz erstaunliche Heilwirkungen – und stehen im Frühling und Sommer in beinahe unbegrenzten Mengen zur Verfügung. Alexandra Federa empfiehlt, sich für zu Hause eine kleine „Hausapotheke aus der Natur“ anzulegen, um die Kraft der Heilkräuter zu jeder Zeit bestmöglich nutzen zu können.

Altes Wissen neu entdeckt

Die medizinische Wirkung von Pflanzen ist sogar Tieren bekannt – wie z. B. Menschenaffen, Schafen, Blaumeisen und Monarchfaltern – und dürfte bereits bei den frühen Vertretern der Gattung „Mensch“ zum Einsatz gekommen sein. Auch in den Taschen der etwa 5.300 Jahre alten Gletschermumie „Ötzi“ wurden Birkenporlinge gefunden, die vermutlich ebenfalls als Heilmittel eingesetzt wurden. Das bekannteste Zeugnis medizinischer Bemühungen mit Beispielen für Heilkräuter und deren Anwendung ist der Papyrus „Ebers“, der im 16. Jahrhundert v. Chr. in Ägypten verfasst wurde. Während des Mittelalters erfolgte der Anbau, die Beschreibung und Anwendung von Heilpflanzen vor allem durch Klostermönche. Der spanisch-arabische Arzt und Botaniker Abu Muhammad Ibn al-Baitar beschrieb um 1230 über 1.400 pflanzliche Heilmittel und deren Rezepturen. Heute werden Heilpflanzen im Rahmen der Phytotherapie verwendet. Mittlerweile sind auch die pharmazeutische Industrie und die Pharmakologie zu der Erkenntnis gelangt, dass die Vielfalt der sekundären Pflanzenstoffe ein enormes Reservoir für neue, hochpotente Medikamente darstellt.

Heilkräuter selbst anwenden

„Schon erstaunlich, wie viele unterschiedliche Inhaltsstoffe in Gänseblümchen enthalten sind: Bitter- und Mineralstoffe, Vitamine, Gerbstoffe und natürlich auch das Blattgrün Chlorophyll, das vitalisierend und antioxidativ wirkt“, erklärt Kräuterpädagogin Alexandra Federa. Seit 2015 ist die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester auch als Kräuterpädagogin tätig und begleitet die Gäste des Park Igls auf Kräuterwanderungen in der Umgebung. Das Interesse an solchen Wanderungen wächst ständig. Immer mehr Menschen würden das seit Jahrhunderten überlieferte Wissen über die heilende Kraft aus der Natur für sich wiederentdecken und in ihren Alltag integrieren. Aus den gesammelten Pflanzen lassen sich Tees, Öle, Tinkturen, Kräutersalze und Salben für den Hausgebrauch herstellen. Viele Rezepturen sind leicht nachzumachen und daher auch für Ungeübte kein Problem. So wie beispielsweise die ebenso köstliche wie gesunde Gänseblümchen-Butter: Gänseblümchenblütenblätter vorsichtig abzupfen, mit weicher Butter vermischen und auf eine Scheibe frisches Bauernbrot schmieren – fertig!

Einige weitere einfache Heilkräuter-Rezepte aus Brennnesseln, Löwenzahn oder Ringelblumen sind auch HIER zu finden.

Natürlich beantwortet Alexandra Federa alle Fragen auch direkt vor Ort im Gesundheitszentrum Park Igls!