Medizin

Was tun bei Schlafstörungen?

Wachen Sie morgens gerädert auf und verspüren Sie tagsüber Schlafbedarf? Probleme beim Einschlafen? Rasen Ihre Gedanken, sobald Sie im Bett liegen, oder schlafen Sie unruhig? Schlafstörungen können dafür die Ursache sein.

Park Igls Gesundheitszentrum Tirol Schlafstoerungen

Schlaflosigkeit ist weit verbreitet, rund 25 Prozent der Österreicher leiden unter gestörtem Schlaf. „Schlafstörungen können grundsätzlich jeden treffen und haben nicht ausschließlich etwas mit Überforderung im Beruf oder im Privatleben zu tun“, erklärt Melanie Robertson, Psychologin im Gesundheitszentrum Park Igls. Sie und das Psychologenteam im Gesundheitszentrum Park Igls bieten wöchentlich Schlafcoachings an, damit die Ursache der Störung erkannt und dagegen vorgegangen werden kann.

Häufigste Ursachen nicht organischer Schlafstörungen sind Ängste, Belastungen und Depressionen. Häufige organische Schlafstörungen sind das Restless-Legs-Syndrom, Missempfindungen in den Beinen mit Bewegungsdrang, eine exzessive Tagesschläfrigkeit (Narkolepsie) oder die als Hochrisikofaktor für Herz- und Kreislauferkrankungen geltende Schlafapnoe – übermäßig lange bzw. hochfrequente und damit krankhafte Atempausen, unter denen Betroffene leiden.

Im Rahmen des Schlafcoachings wird durch umfangreiche Körperfunktionsmessungen ein individuelles Schlafprofil erstellt und es werden etwaig nötige adäquate Therapiewege festgelegt. „Das Erlernen bestimmter Entspannungstechniken und die Vermittlung von Information über schlafhygienische Maßnahmen oder den zirkadianen Rhythmus – also die gern zitierte ‚innere Uhr‘, die den Schlaf-wach-Rhythmus steuert – sind hier im Sinne einer Edukation wesentliche Coaching-Elemente“, erklärt Melanie Robertson.

Schlafstörungen ernst nehmen!

Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigten mittlerweile, dass Schlafstörungen wie Schlafmangel, Schlafunterbrechungen und Schlafen bei Licht zu beachtlichen gesundheitlichen Problemen wie Übergewicht, Depressionen und Bluthochdruck führen können. „Ohne regelmäßig einander abwechselnde Schlaf- und Wachphasen arbeiten auch Stoffwechsel und Verdauung nicht einwandfrei“, fügt Dr. Peter Gartner, medizinischer Leiter im Park Igls, hinzu. Chronischer Schlafmangel kann auch zu Gedächtniseinbußen, Störungen des Immunsystems, chronischem Gähnen, Veränderungen des Urteilsvermögens, erhöhtem Diabetesrisiko, Verlängerung der Reaktionszeit, Muskelzittern und Muskelschmerzen, Wachstumsverzögerung und Kältegefühl führen. „Für uns als Mayr-Mediziner ist es daher wichtig, alles daran zu setzen, unseren Gästen einen gesunden Schlaf zu ermöglichen. Umfangreiche Schlafdiagnostik und Schlafcoaching auf professionellem Niveau sind dabei das A und O!“, erläutert Dr. Peter Gartner.

Expertentipps bei Einschlafproblemen:

1

    Ruhige Atmung. Zunächst einmal 15 bis 30 Minuten liegen bleiben, abwarten und sich auf eine ruhige Atmung konzentrieren. Stellt sich trotzdem keine Müdigkeit ein, kann man aufstehen und sich eine reizarme Tätigkeit, wie etwa leise Musik hören, suchen. Oder man probiert es mit Hausmitteln, wie Hopfen-, Baldrian- und Melissentee oder einer Tasse warmer Milch mit Honig. Die fördert die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin, das auch beruhigend und entspannend wirkt.

2

    Ruhig bleiben, den eigenen Erwartungsdruck durch eine gewisse Gelassenheit ersetzen. Nachts aufzuwachen, beeinträchtigt die Schlafqualität zumeist nicht und ist völlig normal.

3

    Auf die richtigen Rahmenbedingungen achten. Die meisten von uns schlafen in zu warmen und zu trockenen Schlafzimmern. Die ideale Temperatur liegt bei 18 °C. Gegen gereizte Schleimhäute, die zu Schlaffragmentierung führen, hilft beispielsweise ein nasses Handtuch über dem Heizkörper.

4

    Blaues Licht am Abend vermeiden. Das blaue Licht von Computerbildschirm, TV oder Smartphones versetzt den Körper in den Tagmodus und stört so den Biorhythmus.

5

    Im Bett nur schlafen. Nutzen Sie das Bett nicht zum Fernsehen, um Bücher zu lesen oder um am Laptop zu arbeiten. Es soll ausschließlich dem Schlaf vorbehalten bleiben.

6

    Atemübungen praktizieren. Um Körper, Geist und Seele zu beruhigen, hilft eine einfache Atemübung: Stellen Sie sich das Einatmen so vor, als würden Sie einen wohlriechenden Duft aufnehmen. Im Anschluss bewusst lange ausatmen, so als würde man eine Kerze anblasen, ohne sie jedoch zum Erlöschen zu bringen.

7

    Den Schlaf „versinnbildlichen“. Konzentrieren Sie sich auf ein besonders schönes Bild – zum Beispiel eine Blumenwiese, durch die sanft der Wind weht, oder einen Strand, an dem sich die Wellen brechen … Sie können sich aber auch vorbeiziehende Wolken vorstellen und Schäfchen zählen – so wie man es Ihnen vielleicht bereits als Kind richtigerweise beigebracht hat.

8

    Ausreichend bewegen. Regelmäßige körperliche Betätigung verbessert die Schlafqualität. Bewegen Sie sich optimalerweise an der frischen Luft, um über das natürliche Licht die innere Uhr zu rhythmisieren.

9

    Am Abend nur leicht essen. Schwer verdauliches und spätes Essen führt dazu, dass uns der Darm wachhält. Abends daher nichts Rohes essen und nicht später als drei Stunden vor dem Zubettgehen. Alkohol nur in Maßen trinken, er beeinflusst die Schlafarchitektur negativ.

10

    Den eigenen Rhythmus und Rituale finden. Sofern möglich, jeden Abend zu ähnlichen Zeiten ins Bett gehen und morgens zu ähnlichen Zeiten aufstehen. So entwickelt sich ein guter Rhythmus, der das Einschlafen auf Dauer erleichtert.

11

    Schlafcoaching in der Gruppe. Sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und vom Profi wichtige Tipps und Informationen zu erhalten, hilft, den selbst gemachten Schlafstress zu reduzieren und zu durchbrechen. Sie werden künftig beruhigter ins Bett gehen und Ihre Schlafstörungen gelassener betrachten können.

Empfohlenes Therapiemodul:
Mayr Intensiv – Mehr Info
Empfohlene Diagnostik:
Super Medical Check und Schlafdiagnostik – Mehr Info

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